Positionen

Moderne Führung – auch in der Politik?

Die Coronakrise verändert alles. Insbesondere zeigt sie Wege auf, die vorher undenkbar erschienen: Homeoffice, virtuelle Konferenzen, Kundenbetreuung auf digitalen Kanälen.
Arbeitgeber, die sich heute zeitgemäß aufstellen, beschäftigen sich mit Themen wie Work-Life-Balance und Core-Values. Interessant ist da aber vor allem ein Begriff: flache Hierachien für mehr Nähe und Beschleunigung.
Vereinfacht gesagt: die Mitarbeiter wollen direkt mit dem Chef sprechen können und nicht erst die ganzen Ebenen der Entscheidungen durchlaufen müssen. Sie wollen den direkten Kontakt zum Entscheidungsträger.

Doch was heißt das für eine moderne Politik?

Immerhin soll Politik doch über die Geschichte der Stadt entscheiden! Und was heißt das für einen Oberbürgermeister als erster Bürger der Stadt? Es bedeutet, dass ein Oberbürgermeister als der oberste Entscheidungsträger offen sein muss. Offen für Ideen, offen für Anregungen und offen für Kritikl. Das alles sind Wege, mit denen wir alle dazu beitragen wollen, dass sich unsere Stadt ein Stück in die richtige Richtung verändert.
Dabei hilft parteigebundene Politik oft nicht weiter. Von einem modernen Oberbürgermeister wird erwartet, dass er jederzeit offen für neue und andere Lösungen ist, um am Ende die beste Lösung für alle Solinger zu finden. Moderne Führung heißt hier nicht in Gutsherrenmentalität Entscheidungen verkünden, sondern mit jedem Bürger jederzeit nach der besten Lösung suchen.

Politik redet nur! Wirklich nur?

„Politiker? Ach die reden doch nur!“ diesen Satz haben mit Sicherheit alle Solinger schon mal gesagt oder zumindest gehört. Und er stimmt zu Teilen auch. In der Politik wird viel gesprochen, vor allem auf städtischer Ebene. Egal, ob es um den Bau einer KiTa, der dringenden Schulsanierung oder Öffnungszeiten des Bürgerbüros geht. Und das ist auch gut so, denn man will mit allen Beteiligten gesprochen haben. Eltern, Kinder, Berufstätige, Studenten, Rentnern und vielen mehr.

Problematisch wird es danach. Wenn Politik nach langem Ringen einen Entschluss gefasst hat, dann wird dieser nicht umgesetzt und nach einigen Monaten erneut diskutiert. Hier braucht es konsequente Umsetzung und dafür trägt der Oberbürgermeister sorge. Er ist dafür verantwortlich, dass die mühsam getroffenen Entscheidungen des Stadtrates umgesetzt werden. Dabei ist es vollkommen egal, was für ein Beschluss das ist.

Denn nur, wenn die Beschlüsse auch schnell umgesetzt werden, kann Politik vom nur darüber Reden zum Entscheiden kommen. Dann tut der Stadtrat, das was seine Aufgabe ist: Entscheidungenfür Solingen treffen. Doch dafür braucht es eine konsequente Umsetzung.
 
 
 

OB zwischen Politik und Verwaltung

Der Oberbürgermeister ist der oberste Politiker der Stadt Solingen. Gleichzeitig ist er auch der Kopf, der mehrere tausend Mitarbeiter umfassenden Verwaltung. In der Wahrnehmung nach außen ist der Oberbürgermeister oft nur der Politiker. Immerhin setzt er doch die Meinung seiner Partei durch oder nicht?
Für einen Oberbürgermeister, dessen Partei ihn als verlängerten Arm der Partei sieht – ja! Immerhinhaben noch vor einigen Jahrzehnten zwei Parteien das Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters ganz unter sich ausgemacht und waren doch in einem Punkt verbunden: Ihre Partei verlangte konsequente Umsetzung der Parteiinteressen.

Damit muss Schluss sein!

In der einen oder anderen Stadt bzw. Gemeinde ziehen parteilose Kandidaten als Bürgermeister und Oberbürgermeister ins Rathaus ein. In vielen Städten und Gemeinden bilden sich parteiübergreifende Wählerinitiativen und unterstützen einen Kandidaten, der sich für eine „parteiübergreifende und überparteiliche“ Politik einsetzen wird. Schluss mit Klientelpolitik. Schluss mit der sturen Umsetzung von Parteiprogrammen. Ein moderner Oberbürgermeister sollte sich als der Vertreter aller Solinger sehen, so unterschiedlich diese auch sind. Da ist es wichtig, dassein OB über den Parteien steht, Themen, die wichtig und dringend sind, anspricht, garantiert das Lösungen gefunden werden und als Chef der Verwaltung diese Entscheidungen auch konsequent umsetzt.
Denn dann – und nur dann – wird er seiner wichtigsten Aufgabe gerecht: Dem Wohl aller Solingerinnen und Solinger zu dienen, als erster Bürger und Diener unserer Stadt.